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Sommerfest und Aufsichtspflicht

Alle Jahre wieder

Der Sommer kommt und die Sommer-, Mai-, und Jahresabschlussfeste werden vorbereitet. Eine immer wieder kehrende Frage stellen sich nun Trägern und Leitern von Kitas, Krippen und Kindergärten:
Wer hat in diesen besonderen Situationen die Aufsichtspflicht und wie kommunizieren wir die Regelung so an alle Eltern, dass keine Missverständnisse entstehen.

 

Zu allererst will ich hier festhalten, dass ich kein Rechtsanwalt bin und hier keine Rechtsberatung durchführe. Ich mache mir nur mal wieder Gedanken über ein Kitathema, das Eltern, Erzieher und vor allem Kinder betrifft. Und das man im Sinne einer guten Erziehungspartnerschaft und Sicherheit einvernehmlich zwischen Eltern und Kita lösen muss.

In den meisten Kitas die ich kenne hängen zu den Festen Zettel mit folgendem Inhalt aus:

„Bitte beachten Sie, dass die Aufsichtspflicht bei den Eltern verleibt“

Was zwingt nun die Kitas und Einrichtungen dazu diese Information so explizit abzugeben? Und haben sie damit recht? Ist dieser Hinweis überhaupt notwendig, oder versteht sich der Verbleib der Aufsichtspflicht bei den Eltern nicht von selbst?

Leider sind die Regelungen schon grundsätzlich per Gesetz unklar geregelt. Die Aufsichtspflicht und deren Ausführung ist für viele Erzieher und andere Pädagogen, die mit Kindern umgehen ein Thema, das sie fast reflexartig in Panik versetzt. Nun werden die Regelungen durch die außergewöhnliche Situation bei Festen nicht einfacher, denn es sind meist zwei potentiell Aufsichtspflichtige anwesend: Eltern und Erzieher.

Grundsätzlich sind Eltern für die eigenen Kinder aufsichtspflichtig.

Mit dem Betreuungsvertrag wird diese Pflicht aber für die Betreuungszeit mit Umwegen über Träger und Einrichtungsleiter an die Erzieher und Mitarbeiter übertragen.

Wann die Aufsichtspflicht konkret übergeht wird in jeder Einrichtung individuell z.B. über den Vertrag geregelt. Falls das nicht explizit geregelt ist, geht die Aufsicht mit der persönlichen Übergabe an Erzieher über. Umgekehrt natürlich auch zurück an die Eltern.

Im Internet findet man verschiedenste Informationen über den Übergang und die Pflichten der Eltern und Einrichtungen. Und sicher kann man eben nur sein, wenn man sich mit den Erzieher, bzw. mit den Eltern ganz klar abspricht. Deshalb hängen die Kitas diesen Hinweis jedes Jahr wieder aus.

Ich stelle mir eine andere Frage:

Warum ist es uns denn so unfassbar wichtig, wer denn nun die Aufsichtspflicht hat?

Liegt es vielleicht daran, dass Eltern es genießen, sich nicht um die eigenen Kinder kümmern zu müssen. Wollen wir einfach ganz entspannt bei Kaffee und Kuchen plaudern während die eigenen Kinder mit ihren Freunden spielen?

Erzieher haben meist auch noch anderes zu tun als sich weiter um die Kinder zu kümmern. Auf den meisten festen will auch gegessen und getrunken werden und das Rahmenprogramm gestaltet sich auch nicht von alleine.

Beides stimmt in den allermeisten Fällen sicher nicht ganz und der wahre Grund ist eine Mischung.

Trotzdem ist es wichtig Klarheit zu schaffen, schlicht damit nicht das Chaos ausbricht.
Meist geht es nämlich weniger um die großen Gefahren, die auf die Kinder beim Sommerfest lauern. Für die Verkehrssicherheit ist der Träger nämlich so und so verantwortlich, ganz egal wer die Aufsicht führt.

Meiner Erfahrung nach geht es mit dem Verbleib der Aufsichtspflicht bei den Eltern eher darum zu verhindern, dass das totale Chaos ausbricht oder sogar  jemand verloren geht. Und wenn, jeder ein Bisschen auf sein eigenes Kind schaut? Es läuft niemand davon, wir können Tränen verhindern, wenn wir uns um den Kuchen und die Schorle für unser Kind kümmern und auf die Einhaltung einiger Regeln im Umgang miteinander achten.

So verhindern wir das Chaos und unsere Kinder fühlen sich wohl und haben Spaß bei Ihrem Fest.

Schließlich sollten wir im Kopf behalten für wen diese Party veranstaltet wird.

Von |2017-07-13T16:00:19+00:0023. Juni 2017|Allgemein|0 Kommentare

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