Konsequenz in der Erziehung

Eine ganz kurze Reise in die Welt der Konsequenz und eine Erklärung warum wir Eltern es uns leichter machen können, wenn wir den schwierigeren Weg gehen.

Verkehrsschilder, Schilderwald, Verkehr

Vorab: Konsequenz in der Erziehung bedeutet nicht, dass wir alles verbieten müssen. Konsequenz in der Erziehung fordert aber von uns, zu unserem Wort zu stehen.

Das dafür aber möglichst immer. Angekündigte Konsequenzen sollten konsequenterweise auch umgesetzt werden.

Und da beginnt die Schwierigkeit für Eltern.

Wenn ich meinem Kind nämlich androhe, dass ich es im Schlafanzug in den Kindergarten bringe, muss ich bereit sein das zu tun.

Dasselbe gilt für „Du bekommst keinen Nachtisch“, „Du darfst nicht zur Oma“, wir gehen sofort heim“ und so weiter.

Eltern sollten sich also immer überlegen, ob sie bereit sind das zu tun was sie sagen, um später von ihren Kindern nicht als inkonsequent oder Lügner entlarvt zu werden.

Und nun der Grund warum es für uns einfacher wird wenn wir konsequenter sind.

Für Kinder ist es einfacher mit konsequenter Umsetzung von elterlichen Ankündigungen umzugehen. Es fällt zwar schwer zu glauben, dass man dem Kind einen Gefallen tut, wenn man es heulend und zeternd vom Spielplatz nach Hause bringt, aber es gibt dem Kind langfristig Sicherheit im Umgang mit den Aussagen von Erwachsenen.

Lieber also eine Aktion des Kindes gar nicht kommentieren als mit einer Konsequenz drohen, die nicht umzusetzen ist.

Inkonsequenz führt nämlich schnell dazu, dass Kinder nicht wissen wie sie mit den Aussagen der Eltern umgehen sollen. Und das wiederum kann dann ziemlich schnell dazu führen, dass jedes „Nein“, jedes „zieh dich an“, jeder Versuch das Kind in den Kinderstuhl im Auto zu setzen und jedes „Du bekommst aber jetzt kein Eis“ zu einer ausführlich und erbittert geführten Debatte wird.

Denn was schon einmal funktioniert hat, könnte ja durchaus auch ein zweites Mal funktionieren. Da sind wir Menschen alle gleich einfach gestrickt. (siehe operante Konditionierung auf Wikipedia)

Wie soll ein Kind denn auch wissen, zu welchen Aussagen der Vater steht und zu welchen nicht. Also wird immer wieder das Verhalten gezeigt, das schon einmal zum Erfolg geführt hat. Dadurch entsteht Unsicherheit und immer wieder Frustration wenn z.B. eine erwartete Handlung nicht eintritt.

Versprochen ist versprochen!

Konsequenz ist als Wort zwar meist negativ belegt hat in unserem Fall aber auch bei Versprechen und Ankündigungen zu erfolgen. Du bekommst ein Eis, wir gehen in den Zoo oder ich spiele gleich mit Dir sollten für Eltern und Kinder genauso bindenden Wert haben wie die oben angedrohten Konsequenzen.

Wenn wir uns also über unsere Kinder wundern, oder sogar ärgern, weil sie wieder nicht hören, sich schreiend und kreischend auf den Boden im Supermarkt werfen, oder quengelig nach Süßigkeiten bettelt, dürfen wir uns in den allermeisten Fällen selbst die Schuld geben. Das Kind hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit im Vorfeld Erfolg mit diesem Handeln und versucht nur diesen Erfolg wieder herbeizuführen.

Allerdings ist, wie so oft, auch hier die gesunde Mitte der goldene Weg zum Ziel und zu „guter“ Erziehung. Natürlich bricht für unsere Kinder nicht gleich die Welt zusammen, wenn sie ihren Nachtisch doch noch bekommen. Genauso müssen Familien sich nicht bei strömendem Regen in den Zoo quälen weil es versprochen war. Wenigstens aber ein erklärendes Wort der Entschuldigung. Und wie das so ist mit den Ausnahmen, können sogar ganz kleine Kinder meist schon verstehen.

Viel Erfolg also mit den Konsequenzen. Ich bin auch „nur“ ein Papa und meine Mädels nutzen öfter die Kulleraugen als das Rumpelstilzchen um ihre Ziele zu erreichen. Damit habe ich für mich die hübschere Ausrede für inkonsequente Erziehung.