Was Kitas inzwischen von Eltern erwarten (müssen)

Passend zu unserem Beitrag Was Eltern inzwischen von Kitas erwarten (müssen), heute das entsprechende Gegenstück.

Auch die Erwartungen die Erzieher und Mitarbeiter in Kindertagesstätten an Eltern stellen, haben sich mit den veränderten Bedingungen der Kindertagesbetreuung verändert.
Mit längeren Betreuungszeiten und erhöhten Anforderungen der Eltern an die Kitas müssen sich auch die Erziehungsberechtigten anders einbringen um die Erziehungspartnerschaft erfolgreich zu gestalten.
Was also erwarten die Mitarbeiter von den Eltern der betreuten Kinder:

Ehrlichkeit

Das Wort Erziehungspartnerschaft beinhaltet nicht umsonst den Teil „Partnerschaft“. Und um partnerschaftlich zum Wohl der Kinder erfolgreich zusammenzuarbeiten müssen die „Partner“ ehrlich miteinander umgehen. Dazu gehört nicht nur die Ehrlichkeit über die Wünsche und Ziele der Eltern in Bezug auf das Kind. Auch der offene Umgang mit Kritik, Krankheiten, Sorgen und Fragen ist wichtig.

Erzieher und Pädagogen nehmen durch den engen Kontakt mit den Kindern einen fast schon familienähnlichen Platz ein. Dieses enge Verhältnis sollte nicht nur zwischen Erziehern und Kindern bestehen, sondern muss sich auch zwischen Eltern und Erziehern spiegeln.
Das bedeutet nicht, dass Sie ihre privaten Sorgen und Nöte mit den Erziehern besprechen müssen. Sehr wohl aber ist es wichtig dass Eltern und Personal offen miteinander umgehen. Die Kinder spüren sofort wenn die Kommunikation zwischen Eltern und Kita gestört ist.

Vertrauen

Eltern sind ganz klar die ersten Experten für die eigenen Kinder. Auch die Mitarbeiter in den Kindertagesstätten kennen die zu betreuenden Kinder nach einiger Zeit sehr gut.
Zudem sind die Mitarbeiter in Kindertagesstätten zwar nicht die Experten für jedes einzelne Kind, durchaus aber Profis in Ihrem Beruf.
Ein verantwortungsbewusster Erzieher ist sich darüber bewusst, was er Ihrem Kind zutrauen kann, welche Ausflüge gefahrlos unternommen werden können, welche Aufgaben jedem einzelnen Kind übertragen werden können, usw.
Wenn Ihr Kind also mit der Gruppe einen Ausflug auf den Spielplatz unternimmt, oder mit der Schere hantieren darf, vertrauen Sie dem pädagogischen Personal.

Auch in besonderen Zeiten, z.B. der Eingewöhnung, beim Sauberwerden usw. können Sie der Erfahrung der Erzieher trauen. Auch ein junger Erzieher hat im Laufe seiner Ausbildung Erfahrung mit diversen Kindern gesammelt. Zudem besprechen sich Kollegen untereinander und erhöhen so den Erfahrungsschatz der jedem einzelnen Mitarbeiter in der Kita zur Verfügung steht.
Wenn Sie sich dabei schwer tun, sprechen Sie diese Punkte im Sinne der Ehrlichkeit direkt mit dem Personal an.

Zusammenarbeit

Um die Erziehungspartnerschaft gelingen zu lassen müssen Kita und Eltern zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten.
Es macht keinen Sinn, wenn Kita oder Eltern jeweils unterschiedliche Erziehungsziele und Ansätze verfolgen. Durch unterschiedliche Aussagen von Eltern und pädagogischem Personal werden Kinder verwirrt und fühlen sich unsicher.
Zusammenarbeit erfordert auch Absprachen und gemeinsame Planung. Auch hier ist es wichtig regelmäßig und ehrlich zu kommunizieren und Wünsche und Ansätze zu besprechen.
Nutzen Sie die Möglichkeiten, die die Kita Ihnen bietet, dazu gehören Tür- und Angelgespräche, Elterngespräche und ähnliches. Wenn Sie Bedarf haben, vereinbaren Sie zusätzliche Gesprächstermine mit den Mitarbeitern in der Kita.

Interesse

Die Kindertagesstätten leisten rein zeitlich einen großen Beitrag bei der Entwicklung der Kinder. Es hilft den Erziehern durchaus bei ihrer Arbeit wenn Eltern wissen was in der Kita vorgeht. Nehmen Sie sich die Zeit mit den Mitarbeitern in der Gruppe Ihres Kindes kurz über das Kind und die Arbeit der Erzieher zu sprechen. Dies geschieht am besten im Übergabegespräch, dem sogenannten Tür- und Angelgespräch morgens und am Nachmittag.

Dadurch verliert der Kindergarten auch den „Black Box“-Charakter bei dem Sie nicht wissen was überhaupt in der Zeit geschieht, die Ihr Kind in Krippe oder Kindergarten verbringt.
Lesen sie Aushänge und Rundschreiben, fragen Sie bei Unklarheiten nach und klären Sie Probleme direkt mit den Mitarbeitern.
Im Übrigen interessieren sich die Mitarbeiter auch für Sie und Ihre Familie. Selbst Themen die nicht direkt mit der Arbeit mit der Kindertagesstätte zu tun haben. So kann es für die Mitarbeiter durchaus interessant sein, wenn z.B. die Oma zu Besuch ist, oder ein Elternteil auf Geschäftsreisen geht. Diese Situationen haben Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder und es wird einfacher für die Mitarbeiter mit Ihrem Kind umzugehen und es zu verstehen.

Pünktlichkeit

Die Erzieher und Mitarbeiter haben den beruflichen Schwerpunkt auf der Förderung der ihnen anvertrauten Kinder. Es macht diesen verantwortungsvollen Job nicht einfacher, wenn Rückmeldungen nicht pünktlich kommen, der Morgenkreis nicht rechtzeitig beginnen kann oder die Krankmeldung des Kindes verspätet eingeht. Machen Sie es den Pädagogen einfacher indem Sie so wenig zusätzlichen Verwaltungsaufwand wie möglich bei Ihnen verursachen.

 

Grundsätzlich basiert die Zusammenarbeit zwischen Kita und Eltern auf einem professionellen, sprich „geschäftlichen“ Verhältnis. Aber auch dieses kann durch gewissen Regeln der Zusammenarbeit vertrauensvoll und gut gestaltet werden.

Denken Sie daran, dass ein gutes Verhältnis zwischen Eltern und Kita am Ende Ihren eigenen Kindern zugute kommt.