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Kranke Kinder in der KiTa

Bevor nun die Rotznasenzeit kommt (Hört die eigentlich jemals auf?) und die ersten Kinder mit glasigen Augen in der KiTa sind möchte ich mal das Thema kranke Kinder in der KiTa ansprechen.
Egal wen man fragt, niemand bringt sein Kind krank in die KiTa. Aber jeder kennt jemanden der das schon mal gemacht hat. Komisch, weil passt nicht zusammen.
Jedenfalls will ich gerne mal wieder aus Sicht eines Erziehers um Verständnis bitten.

Erstens: Rotznasen sind keine Krankheit, sondern gehören bei Kindern bis zu einem gewissen Alter einfach dazu. Es hilft allerdings, wenn Kinder richtig schnäuzen können und man den Schnodder nicht immer nur kurz vor dem tropfen abfängt.

Zweitens: Es gibt Krankheiten, die bei Kindern tatsächlich nur einen Tag dauern. Hatten wir selber schon, kann man einer vernünftigen Erzieherin auch ehrlich sagen. Zum Beispiel so: „Die Kleine hatte Samstagabend Fieber, aber seit Sonntag Mittag ist es wieder gut, deshalb habe ich sie am Montag gebracht, obwohl sie noch keine 24 Stunden fieberfrei ist.“

Hat bei uns immer geklappt. Jedenfalls besser als das Kind wortlos in der Krippe abzugeben und die junge Dame erzählt im Morgenkreis sie hätte gestern den ganzen Tag fernsehen dürfen, weil Fieber.
Drittens: Alle Eltern die in die Arbeit gehen müssen, kennen das Problem mit den kranken Kindern. Chefs finden den Anruf man komme nicht weil das Kind krank ist nicht so toll. Da muss man leider Prioritäten setzen oder auch mal den Partner zum Daheimbleiben verdonnern. Die Kranktage sind nämlich nicht Mütter-Exklusiv. Ich kann als Papa auch zuhause bleiben, oder man teilt sich einen Tag und beide Eltern können das nötigste erledigen. Allerdings waren unsere Mädels bisher nicht oft krank. (Ich klopf hier mal auf Holz)

Aber jetzt der eigentliche Grund für den Beitrag:

Kinder müssen nicht zuhause bleiben, weil die Erzieherin sich nicht um euer krankes Kind kümmern will.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt unbeliebt mache: Fiebernde Kinder sind toll zu hüten. Die meisten Eltern kennen das; 39 Fieber bringen die wildesten Wildfänge dazu sich freiwillig hinzulegen und Mittagsschläfchen zu machen oder stundenlang Hörspiele zu hören. Wenn der Fiebersaft wirkt, wird das kranke Kind zuhause anstrengend, springt auf dem Sofa und will bespaßt werden
Zurück zum Thema: die Mitarbeiter in der Gruppe müssen schlicht und ergreifend die anderen Kinder vor Ansteckung schützen. Und noch viel wichtiger: sie müssen sich selbst vor Ansteckung schützen.
Und zwar für wen?

Genau, für all die anderen arbeitenden Mütter und Väter, die morgen auch noch eine Betreuung für ihre Kinder brauchen. Eben die Krankheit die bei Kindern zwei Tage dauert streckt die Erzieherin oder Kinderpflegerin unter Umständen für eine Woche nieder. Und wer passt dann auf unsere Kinder auf? Entweder die verbleibende Kollegin alleine in der Grippezeit von November bis Februar, oder eine Aushilfe wenn wir Glück haben. Bei der derzeitigen Personalsituation wird es vielleicht auch gar niemand sein und morgen bekommen viele Chefs einen Anruf. „Mein Kind ist zwar nicht krank, aber die KiTa hat heute leider wegen Krankheit geschlossen.“

Dass kranke Kinder in der Kita keine Seltenheit sind, wissen alle Mitarbeiter:

Hier ein best of kranke Kinder aus meiner aktiven Zeit im Kindergarten:

– eine Mitarbeiterin der Krippe kam zu mir mit der Zäpfchenverpackung die sie beim Wickeln aus der Windel eines Kindes geholt hat.
– Bei einem anderen Kind konnten die Erzieherinnen intern wetten wann einer der Jungs Fieber bekommt. Zwischen 11 und 12 hört nämlich der Fiebersaft auf zu wirken den er morgens immer bekommt damit die Mutter vormittags ihre geschäftlichen Termine wahrnehmen kann.
– Eine Mutter kam mit einem buchstäblich grünen Mädchen in den Kindergarten. Darauf angesprochen erklärt die Mutter das Kind sei kerngesund während die Kleine sich in der Garderobe übergibt.

Regelungen in Kindertagesstätten über kranke Kinder

Es gibt meines Wissens kein Gesetz ab wann ein Kind nicht, nicht mehr oder wieder in die KiTa geschickt werden darf oder abgeholt werden muss.

Weder Temperatur unter 38 Grad noch ein Attest vom Kinderarzt verpflichten grundsätzlich eine KiTa dazu ein Kind anzunehmen wenn die Erzieher das Gefühl haben es ist krank.
Wir Eltern sollten uns darüber im Klaren sein, dass die Mitarbeiter in KiTas sehr genau wissen welche Kinder man bei der Übergabe morgens besser zweimal anschauen sollte. Und zudem sollten wir es nicht immer wieder als persönlichen Angriff der Mitarbeiter werten, wenn diese ein Kind aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht annehmen wollen.
Es geht hier schließlich um die Gesundheit aller Kinder in der KiTa.

Von |2017-07-28T14:54:46+00:007. November 2016|Allgemein|4 Kommentare

Autor:

4 Comments

  1. Marika Schubert 26. Juli 2017 um 16:48 Uhr - antworten

    Hi, ich schreibe gerade aus dem Krankenbett weil ich mich auch in der Kita auf meiner Arbeit angesteckt habe. Permanenter Durchfall in der Gruppe hat mich nun auch erwischt. Meine eine Kollegin hat Urlaub, die zweite ist krank, unsere Sozialassistentin hat es vor zwei Tagen umgehauen und nun auch mich. Meine Gruppe wurde heute morgen komplett unter den anderen Babygruppen aufgeteilt. Was wohlmöglich zur Folge hat das auch diese den Virus bekommen. Ich bin sehr enttäuscht wie nachlässig manche Eltern sind und finde deinen Artikel sehr klar auf den Punkt gebracht!!! Vielen Dank dafür! Werde ich auf jeden Fall teilen bei Facebook!!!

    • Florian Dasch 28. Juli 2017 um 14:46 Uhr - antworten

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und gute Besserung.

  2. Bernd 9. November 2017 um 15:53 Uhr - antworten

    Hallo Kigaclick, das ist ein interessanter Artikel! Wir haben zu den kranken Kindern einmal eine Checkliste erstellt: https://www.ubstairs-weiterbildung.de/die-7-punkte-checkliste-fuer-kranke-kinder-in-der-kita/

    Viele Grüße!

  3. Tanja 14. Dezember 2017 um 13:25 Uhr - antworten

    Sehr schöner Artikel!
    Ich bin seit 15 Jahren Tagesmutter und habe es immer noch nicht geschafft, dieses Thema in den Griff zu bekommen..
    Ev auch, weil 1. Ständig neue Eltern kommen, denen ich es beibringen muss , 2. weil die Krankheit ja oft schleichend schlimmer wird und ich dann gerne den richtigen Zeitpunkt verpasse und 3. ich es auch gerne allen recht machen will…klappt leider trotzdem nicht…
    Das ist echt ein Dauerbrenner!!! 😉

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